Die Kvarner Bucht
Die Insel Cres
Nachdem
wir am Vortag die Abfahrtszeit der Fähre von Krk nach Cres
ausgekundschaftet hatten, waren wir frühzeitig aufgebrochen. Über
die Krk-Brücke geht es rasch nach Valbiska. Die Abzweigung von der
102 nach rechts zu dem Fährhafen ist schnell verpasst. Also
aufpassen!. Die alten Fähren machen keinen allzu
vertrauenerweckenden Eindruck. Außen mit frischer Farbe lackiert und
in den Aufenthaltsräumen herrscht noch allzu große
Renovierungsbedürftigkeit. Nach dem Cappuccino in der Bordbar halten
wir uns auf dem Deck auf und genossen den Blick über die glasklare
spiegelglatte Wasserdecke. In Merag auf Cres angekommen folgen wir
zunächst der 101, die in einem großen Bogen zur 100 führt. In Cres
tanken wir auf und frühstücken am Hafenbecken, wo viele kleine Cafés
und Fischrestaurants zum Verweilen einladen. Auch die Altstadt ist
sehenswert und man sollte einen kleinen Verdauungsspazierung nach
einem schönes Essen hierzu nutzen.
Nach
der Stärkung fahren wir zunächst auf der 100, die übrigens die Insel
von Nord nach Süd der Länge nach durchzieht und erst im Süden der
Insel Lošinj endet, zurück in Richtung Predošcica. Diese Strasse ist
zum Teil gut ausgebaut, aber durch Ihre Unübersichtlichkeit an
manchen Stellen und die risikobereite Fahrweise der einheimischen
Autofahrer doch nicht ganz ungefährlich. Also aufpassen! An der
Abzweigung nach Beli, die auch ein schöner Aussichtspunkt ist (man
kann dort sehr günstig einheimischen Honig kaufen, der dort an ein
einer kleinen Holzhütte angeboten wird). Die Strasse schlängelt sich
an der steilen Küste entlang und führt von einer Höhe von rd. 620 m
nach unten auf ca. 100 m Höhe. Diese Strasse ist sehr schmal und
sehr alt (von den Römern erbaut), aber sehr gut geteert. Aufpassen
gilt auch hier dem Gegenverkehr! Die Aussicht ist phänomenal und die
Landschaft wird sehr üppig. Es ist schwülwarm, als wir in Beli
ankommen. Das Dorf war früher eine Fluchtburg und liegt auf einem
Felsen (130m). Am Ortseingang ist ein kleines Restaurant, dass man
allerdings nur in Anspruch nehmen sollte, solange kein Touristenbus
in der Nähe ist, da doch die Eigner dann überfordert erscheinen. Das
Dorf ist sehr romatisch und viele kleine Gässchen durchziehen es.
Autoverkehr kann es praktisch dort nicht geben.
Wieder
zurück auf der 100 entscheiden wir uns nicht nach Porozina zu fahren
aufgrund des misslungenen Versuchs und vergeblichen Wartens etwas
Essbares in Beli zu bekommen und wegen der fortgeschrittenen Zeit,
sondern wir fuhren wieder über Cres nach Valun, einem kleinen
Fischerdorf an der Westküste. Da die Strecken nicht allzu groß sind
(Beli nach Valun ca. 33 km), konnten wir am Hafen in einem der
schönen Fischrestaurants einheimische Spezialitäten genießen. In den
Ort selbst darf man nicht einfahren. Schranken kündigen dies an und
Parkplätze sind vor dem Ort vorhanden. Gestärkt und motiviert von
der Gastlichkeit machen wir uns dann auf den Weg nach Osor. Wer noch
Zeit hat, sollte unbedingt noch das alte Bergdorf Lubenice anfahren.
Kulinarische Spezialität dort ist der luftgetrocknete Schinken, den
man dann nicht verpassen darf. Über die Bundesstrasse 100 fahren
wir an dem größten Trinkreservoir der Insel vorbei, dem See Vransko
jezero (Baden strengstens verboten!). Der auf der Karte westliche
Weg ist nur etwas für Enduros und Jeeps und ist für
Strassenmaschinen weniger geeignet! Auf dem Weg kann man auch die
großen Gänsegeier namens Orel bewundern; der kleine Ort Orlec
erhielt ihren Namen. Nach rund 30 km hatten wir Osor erreicht. Hier
ist ein Taucherparadies und am Hafen finden sich unzählige
Wohnmobile, deren Eigner damit beschäftigt sind, ihre
Taucherausrüstungen zu überprüfen. Das kleine Städtchen war eine
alte Hafenstadt und zählt nun noch nur ca. 100 Einwohner. Über eine
kleine Brücke gelangt man zur Insel Lošinj. Aber hier hieß es für
uns „Abbruch der Tour“ aufgrund der fortgeschrittenen Zeit. Wir
waren uns einig, dass man für die Insel Cres und Lošinj zusammen
mehr Zeit benötigt. Viele Orte, die uns sehenswert erschienen,
mussten so „unabgehakt“ bleiben: Martinšcica und Punta Križa mit
seinen schönen Badebuchten im Osten auf Cres sowie das größte
Touristenzentrum Mali Lošinj und Veli Lošinj mit seinen
Spezialitäten-Restaurants auf Lošinj. Fazit dieses Tages war, dass
man sich unbedingt mehr Zeit als einen Tag für diese zwei
wunderschönen Inseln nehmen sollte.
Die Bärentour
Dieser
dritte Tag soll einige Überraschungen für uns bereit halten.
Abgemacht ist, dass wir an diesem Tag mehr das Landesinnere
erkunden. Während das Wetter in den zwei vorherigen Tagen uns gut
gesonnen war und wir in der Hitze teils zu leiden hatten, begrüßen
uns an diesem Morgen Wolken. Dies läßt uns nicht schrecken und wir
fahren von Crikvenica über wunderschöne Nebenstrassen Richtung Norden
nach Grizane, dann weiter nach rechts nach Bribirin. In Novi
Vinodolki kommen wir dann zurück zur E65, welche wir eigentlich
immer vermeiden wollten. In Senj führt die E65 direkt am Hafen
entlang und ein großer Parkplatz auf der rechten Seite sowie die
vielen Cafes auf der linken Seite am Rande eines großen Platzes
lassen uns nicht weiterfahren. Pause ist angesagt.
Weder
Regen noch Sonnenschein halten uns vom Weiterfahren ab und wir
biegen kurz nach Sveti Juraj links in Richtung nach Krasno Polje ab. Herrliche
Wälder umgeben uns nun und die Fauna ähnelt der im Allgäu (man möge
mir den Vergleich verzeihen). Die gut ausgebaute Strasse schlängelt
sich durch das Naturschutzgebiet Velebitski Botanicki Vrt und beherbergt
auch Bären! An der Strasseneinmündung nach Kuterovo und Otocac halten
wir an. Zu unserer großen Überraschung werden wir auf dieser einsamen
Landstrasse aufgelesen und zu einer Bärenhochzeit in Koterovo eingeladen.
Es stellt sich heraus, dass wir inmitten einer Gründung eines Bären-Refugiums
hereinplatzen und das kroatische Fernsehen ist ebenfalls da. Nicht
nur der kleine Bär soll hier auf einem großen Areal herumtollen
können, sondern es ist vorgesehen hier eine Bären-Aufzucht-Station
zu gründen und am Abend sollte der kleine Bär auch eine Spielkameradin
bekommen. Dies wird nun gefeiert wie eine kleine Hochzeit und wir als
Motorradfahrer werden herzlich hierzu samt Festmahl eingeladen.
Sicherlich ist diese neugegründete Bärenaufzuchtstation einen Besuch
wert.
Nach
dem guten einheimischen Mittagessen verlassen wir das Refugium und
die in einheimischer Tracht gekleideten Leuten machen sich auf den
Weg, um die neue Spielgenossin für den kleinen Bären zu holen und um
dann die Hochzeit der Kleinen vollziehen zu können. Weiter geht es
Richtung Svica an den Seen entlang nach Otocac. Nach rechts
abbiegend auf die 50 fuhren wir weiter nach Licko durch eine von
blühenden Kirschbäumen gesäumten Strasse. Der Himmel wird nun
zusehends dunkler und wir überlassen es einem Kieselstein, ob wir
umdrehen oder aber weiterfahren sollen. Letzteres wird entschieden
und durch kurze Schauer gelangen wir nach Perušic. Nach rechts
abbiegend und vor weiteren dunklen Wolken flüchtend durchfahren wir
ein wunderschönes Seengebiet, dass bei besseren Wetter zum Baden
einlädt. Über Klanac, Polje und Smiljan kommen wir nach Gospic. Das
Rathaus aus den 70iger oder 80iger Jahren ist ausgebrannt und die
Fassade des Krankenhauses weist viele Einschusslöcher auf und wir
werden so an den Bürgerkrieg erinnert. Erstes Gebot der
Einheimischen ist es, leer stehende Häuser aufgrund evtl.
versteckter Minen nicht zu betreten. Hier wird es noch einige Zeit
brauchen, die Reliquien des Krieges zu beseitigen. Kurz nach Gospic
wird der Himmel schwärzer und schwärzer. Es gießt
nun in Strömen, so
dass wir von der eigentlich landschaftlich schönen Strecke nichts
haben. Regen, Wind und auch die tiefliegenden Wolken auf der
kurvenreichen Strecke zur Küste machen uns zu schaffen. Auf der Küstenstrasse E65 angekommen, hält uns nichts mehr so schnell wie es
geht unseren Standort zu erreichen. Es liegen immerhin von hier aus
noch 110 km vor uns und unsere Kombis werden einem Härtetest
unterzogen. Am Abend werden wir von einem wunderschönen
Sonnenuntergang entschädigt, während unsere Kleidung zum Trocknen
aufgehängt ist und die Stiefel mittels Haarföhn und Zeitungen für
die Rückfahrt am nächsten Morgen fit gemacht werden.
Die Heimreise
Die
Tage sind wie im Flug vergangen. Es wird Zeit für die Heimfahrt.
Freunde haben uns die Wetteraussichten aufs Handy geschickt. Ein
Tief über Europa und sehr viel Regen war die Voraussage. Man hatte
schon gewettet, ob uns Schwimmhäute zwischen den Zehen wachsen. ;-)
Vorsorglich wurde schon mal alles Wasserdicht verpackt, um 8 Uhr
geht es dann los. Auf der Küstenstraße geht es zunächst nach Rijeka
und weiter durch Slowenien nach Triest auf die Autobahn. Trotz der
drohenden Wolken erreichen wir trocken Pontebba und wir fahren
wieder über den Nassfeldpass. Kötschach, Lienz und
Felbertauerntunnel sind schnell erreicht. Über Kitzbühel, Sankt
Johann und dann die Autobahn Kufstein, München Augsburg führt uns
die letzte Etappe dieser ereignisreichen Tour.

Anreise und Insel Krk
Die Insel Cres und die Bärentour
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